Ist die Rede von Diamanten, dann kommen einem sicherlich zuerst funkelnde Brillanten und Schmuckstücke mit Diamantbesatz in den Sinn. Ungeschliffene Rohdiamanten werden jedoch keineswegs nur zu Schmucksteinen verarbeitetet, sondern finden auch in der Industrie zu vielfältigen Zwecken Verwendung. Sei es für Bohr- und Schleifwerkzeuge, als Teil von Abrichtwerkzeugen oder Bohrkronen für geologische Bohrungen, Diamanten kommen in verschiedenen industriellen Branchen zum Einsatz und haben selbst im Bereich der Chirurgie längst Einzug gehalten, wo sie als Material für Skalpelle verwendet werden.
Von allen Edelsteinen dieser Welt gilt der Diamant als das seltenste und wertvollste Exemplar. Dies ist auf seine außergewöhnliche Entstehungsgeschichte zurückzuführen:
Diamantenzertifikate dienen dem Nachweis der Eigenschaften eines Diamanten und werden als Schriftstücke in gedruckter Form von gemmologischen Instituten ausgestellt. In Deutschland auch als Expertise bezeichnet, umfassen diese Dokumente exakte Angaben zu allen bedeutenden Eigenschaften eines geschliffenen Diamanten ohne Fassung, die im Rahmen der fachgerechten Begutachtung durch ein international anerkanntes Institut konstatiert worden sind. Das als eine Art Ausweis des Diamanten zu betrachtende Zertifikat wird in unterschiedlichen Größenformaten ausgestellt und verfügt zur Fälschungssicherheit in der Regel über integrierte Mikrotexte, Hologramme oder besondere Texturen. Durch die Aufführung der individuellen Eigenschaften und die Vergabe einer Zertifikatnummer wird das Dokument zu einem Identitätsnachweis des entsprechenden Diamanten.
Im Jahr 2003 wurde das Kimberly Process Certification Scheme (KPCS) gegründet, ein komplexes Kontrollsystem, das über staatliche Herkunftszertifikate den Handel mit Blutdiamanten unterbinden soll.
Diamanten werden in zahlreichen Farben und Schattierungen gefunden, unter anderem in gelb, blau, rot, braun und selten weiss, dabei gilt allerdings, je weisser der Diamant ist desto besser. Die Farben der Diamanten sind in erster Linie auf den Einbau von Fremdelementen zurückzuführen, wie Bor oder Stickstoff, die im Kohlenstoffgitter eines natürlichen Diamanten vorhanden sind.
Im Allgemeinen wird der Wert von Diamanten aufgrund von verschiedenen Qualitätsmerkmalen bestimmt. Diese Wertbestimmung, die auch als Diamanten Graduierung bezeichnet wird, unterteilt sich in der Regel in die Segmente Cut (Diamantenschliff), Colour (Diamantenfarbe), Clarity (Diamantenreinheit), und Karat (Diamanteingewicht).
Der Diamantschliff, der auch als Cut bezeichnet wird, beeinflusst im großen Maß die Schönheit der Diamanten. Bereits ein geringster Unterschied des Schliffs ist entscheidend für den Preis des Diamanten, ganz unabhängig von seiner Klarheit, Farbe und dem Karat-Gewicht. Die Schliffart ergibt sich aus der natürlichen Kristallform des jeweiligen Diamanten.